Into the wild

Veröffentlicht auf von klö

Ich möchte heut zum einen ein bisschen Werbung für den meiner Meinung nach besten Film des letzten Jahres machen: Zum anderen will ich den Leitgedanken, der durch diesem Film dargestellt wird und mich sehr beschäftigt, diskutieren.

Sean Penn, seines Zeichen bekannter amerikanischer Schauspieler, Regisseur, aber auch trotziger Außenseiter beendete 2007 die Dreharbeiten zu "Into the wild". Es geht um Chris McCandless, einen Jungen Mann, der nach dem Abschluss des Studiums alle Verbindungen kappt, sein Bargeld sowie seine Personalien verbrennt und sich mit sieben Sachen aufmacht, um on the road zu leben.

Um diese Einstellung kurz zu beschreiben ohne dabei zu viel vom Film zu verraten, möchte ich einen Auszug eines Briefes von McCandless alias Alexander Supertramp zitieren:
"Ich möchte aber gern noch ein mal auf meinen Ratschlag zurückkommen, ich finde nämlich, dass du dein Leben radikal ändern und ganz mutig Dinge in Angriff nehmen solltest, die dir früher nie in den Sinn gekommen wären oder von denen du im letzten Moment zurückgeschreckt bist. So viele Leute sind unglücklich mit ihrem Leben in Sicherheit, in dem möglichst alles gleich bleibt - alles Dinge, die einem scheinbar inneren Frieden garantieren. In Wirklichkeit wird die Abenteuerlust im Menschen jedoch am meisten durch eine gesicherte Zukunft gebremst. Leidenschafteliche Abenteuerlust ist die Quellle, aus der der Mensch die Kraft schöpft, sich dem Leben zu stellen. Freude empfinden wir, wenn wir neue Erfahrungen machen, und von daher gibt es kein größeres Glück als in einem immer wieder wechselnden Horizont blicken zu dürfen, an dem jeder Tag mit einer neuen, ganz anderen Sonne anbricht. Wenn du mehr aus deinem Leben machen willst, Ron, dann musst du deine Vorliebe für monotone, gesicherte Verhältnisse ablegen und das Chaos in dein Leben lassen, auch wenn es dir am Anfang verrückt erscheinen mag. Aber sobald du dich an ein solches Leben einmal gewöhnt hast, wirst du die volle Bedeutung erkennen, die darin verborgen liegt, und die schier unfassbare Schönheit. Um es auf den Punkt zu bringen, Ron: Geh fort aus Salton City und fang an zu reisen. Du wirst noch froh darüber sein, das garantiere ich. Du hälst mich für stur, aber der wahre Dickkopf bist du. Auf der Rückfahrt hattest du Gelegenheit, dir eines der größten Naturwunder der Welt anzusehen, den Grand Canyon, etwas, das jeder Amerikaner mindestens einmal in seinem Leben gesehen haben sollte. Aber aus irgendwelchen Gründen wolltest du nur so schnell wie möglich nach Hause zurück, geradewegs in die gleiche Situation, die du Tag für Tag für Tag erlebst. Ich fürchte, dass  du dieser Neigung in dir auch in Zukunft folgen wirst und daher nie die wundervollen dinge entdecken wirst, die Gott um uns herum erschaffen hat, um sie uns entdecken zu lassen. Sei nicht so träge und bleib nicht einfach immer am selben Platz. Beweg dich, resie, werde ein Normade, erschaffe dir jeden Tag einen neuen Horizont. Du wirst noch so lange leben, Ron [nebenbei bemerkt Ron ist 81 Jahre], und es wäre ein Schande, wenn du die Gelegenheit nicht nutzen würdest, dein Leben von Grund auf zu ändern, um in ein vollkommen neues Reich der Erfahrung einzutreten. Es stimmt nicht, wenn du glaubst, dass Glück enzig und allein zwischenmenschlichen Beziehungen entspringt. Gott hat es überall um uns herum verteilt. Es steckt in jeder kleinen Erfahrung, die wir machen. Wir müssen einfach den Mut haben, uns von unserem gewohnten Lebenstil abzukehren und uns auf ein unkonventionelles Leben einzulassen. Vor allem möchte ich dir sagen, dass du weder mich noch sonst wen brauchst, um dieses neue, hoffnungsfroh schimmernde Licht in dein Leben zu bringen. Du musst nur zur Tür hinausgehen und die Hnad danach ausstrecken und schon ist es dein. Du selbst bist dein einziger Feind, du und deine Sturheit, mit der du dich weigerst, dich auf etwas Neues einzulassen. Ron, ich hoffe wirklich, dass du so blad wie möglich aus Salton City fortziehst, auf der Ladefläche deines Pick-Up ein kleines Wohnmobil einrichtest und dir die großartige Werke ansiehst, die Gott im amerikanischen Westen vollbracht hat. Du wirst staunen, was es alles zu sehen gibt, und du wirst Leute kennenlernen, von denen man eine Menge lernen kann. Aber mach es ohne viel Geld, keine Motels, und dein Essen kochst du dir selbst. Je weniger du ausgibst, desto höher ist der Erlebniswert. Ich hoffe, dass du ein neuer Mensch bist, wenn ich dich das nächste Mal sehe, ein Mann mit einem großen Schatz an Erfahrungen und Abenteuern. Jetzt heißt es, nicht lange zu zögern, Entschuldigungen zählen nicht mehr. Geh einfach raus und tu´s. Geh einfach raus und tu´s. Du wirst noch sehr, sehr froh darüber sein."

Ich hätte mir nicht die ganze Arbeit gemacht diesen Text abzuschreiben, wenn ich damit nichts zu sagen hätte. Ich weiß nicht wen diese Zeilen berühen, aber ich bin mir sicher: Da draußen gibt es Menschen, die so denken wie Chris McCandless.
Ich bin einer davon. Einer der Menschen, die von seiner Geschichte zu tiefst beeindruckt sind und die diese Thematik noch lange beschäftigen wird...

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G
Der Herr "klö Productions" wies mich in den letzten Wochen massiv auf diesen Film hin. Anfangs schaltete mein Kopf sofort einen Spruch ein den er leise durch mich flötete: "Achtung, achtung hier soll dir hochwertige Kost serviert werden, die dir nicht schmecken wird!"<br /> Ein Typ, sicherlich der "lonesome-Cowboy-western-held" streift alles ab und sucht Alaska.<br /> Klingt wirklich gähnend dacht ich, wenn man sich das drücken will soll mans selbst machen, aber sich nicht damit unterhalten lassen.<br /> Als ich dann einige Tage später, auf der Suche nach Feuer in Herrn "klö Productions" Zimmer ging, der Kommandant war grad in der Uni, sah ich dieses Buch "Into the Wild". Ich steckte mir meine Zigarette an ging in mein Zimmer und mein Kopf arbeitete sich einige Sekunden daran ab.<br /> Und...<br /> Ich nahm mir vor den Film zu schauen was kostet es mich , dachte ich!<br /> <br /> Es war wirklich einer der besten Filme die ich seitlangem gesehen habe.<br /> <br /> Und bald werd ich mir mal das Buch reinziehen, das wird mir sicherlich noch viel mehr Stoff zum nachdenken geben als der Film.<br /> <br /> Abschliessend.<br /> Dieser Film ist kein Film, es ist ein Erfahrungswert ...<br /> <br /> "Anstatt Liebe, Berühmtheit, Geld, Vertrauen oder Fairness,. gebt mir Wahrheit. ..."<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> Vielen Dank das sie gelesen haben.
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