Pro und Kontra der Kernenergie

Veröffentlicht auf von klö


Heute möchte ich das Für und Wieder der Kernenergie diskutieren. Einleitend poste ich eine Karte, der man Standorte der mitteleuropäischen Kernkraftwerke entnehmen kann. Manch einer wird vielleicht überrascht sein, dass es doch so viele gibt. Ingesamt gibt es 41 Staaten die Kernenergie nutzen. Die meisten besitzt wohl Frankreich mit 59 und einen in Bau. Circa 80 Prozent des Energiebedarfs werden damit gedeckt. Dahinter steht eine große Lobbyistin: Die 49-jährige Anne Lauvergeon ist Chefin des Weltkonzerns Areva mit 65500 Mitarbeitern und zwölf Millarden Jahresumsatz. Im Gegensatz dazu wird in Deutschland gerade der Ausstieg vom Ausstieg, den ehemals die rot-grüne Regierung unter Schröder auf den Weg brachte, debattiert. An dieser Stelle beginnt auch die Diskussion über die Notwendigkeit von Atomstrom. Ein Viertel der in Deutschland benötigten Energie wird durch unsere 17 Kernkraftwerke produziert. Momentan ist es uns nicht möglich diesen Anteil durch erneuerbare Energie auszugleichen. Zwar ist unser Offshore-Park im Norden in der Testphase, aber man vergisst dabei oft, dass Wind- und Solarkraftwerke sehr unzuverlässige Stromproduzenten sind. Fazit der momentanen Situation ist, wir sind noch Atomkraft angewiesen. Jedoch wie wird es weitergehen? VIele Kritiker betonen die ungeheuren Gefahren, die von solchen Kraftwerken ausgehen. Die modernen Reaktoren haben zwar nichts mehr mit der Fehlkonstruktion in Tschernobyl zu tun. Jedoch kennt sicher jeder die aktuellen Schlagzeilen, die von Austreten radioaktiver Stoffe berichten. Hauptursache solcher Ereignisse ist menschliches Versagen und das lässt sich bekanntlich nicht wirklich gut vorbeugen. Um drohenden Katastrophen entgegen zu wirken, gibt es Entwürfe AKWe unterirdisch zu bauen, sodass ein eventueller Kollaps die Oberfläche nicht beeinflusst. Weiterhin kommen Atomkraftbefürworter  meist mit dem Argument, dass Kernspaltung Energie ohne CO2-Ausstoß erzeugt, was ja im Prinzip auch richtig ist. Aber man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass Uran irgendwie abgebaut und angereichert werden muss, bevor es CO2-netraul genannt werden kann. Appropo Uran, dieser Rohstoff ist genauso wie Erdöl nicht unbegrenzt verfügbar. An wilden Hochrechnungen will ich mich nicht beteiligen, jedoch steigt die Nutzung müssen wir in 100 Jahren eine Alternative bereit haben. Die wohl langfristigste Auswirkung der Kernenergie ist die Produktion von "atomaren Müll". Die Lösung deutscher Endlagerproblematik sind ehemalige Bergwerksschächte. 1000 Meter tief in einem Salzstock gelagert könnte der nukleare Abfall seine Halbwertzeit von einigen 100 000 Jahren absitzen. Andere Länger hingegen forscht man schon an Methoden durch Neutronebeschuss die Abklingzeit drastisch zu verkürzen. Auch bei neueren, effektiveren Reaktorentwicklungen bleibt Deutschland außen vor. Der Verlust an technischer Kompetenz entkräftigt nach und nach das Argument man solle doch lieber AKWe im hochentwickelten Deutschland statt im hinterherhinkendem Ausland bauen. Schließlich möchte ich noch auf den Fakt eingehen, dass die zivile Nutzung nicht von der militärische zu trennen ist. Praktisch kann jedes Kernkraftwerk atomwaffenfähiges Material herstellen und was das bedeutet muss ich wohl nicht weitererläutern. Ein jeder wird mir zu stimmen, dass wir kein neues Hiroshima oder Nagasaki brauchen. Jedoch auch ohne Bombenherstellung ist man vor einer atomaren Apokalypse nicht gefeit, denn mit der Gefahr neuer Kriege gewinnt auch die Problematik des Atomterrorismus mehr und mehr an Bedeutung. Man stelle sich lieber nicht die Auswirkungen vor wenn ein Kernkraftwerk Ziel eines Anschlags gleich dem des 11. Septembers werden würde.
Hiermit möchte ich meine Erörtung beenden, denn ich denke alle mir bekannten Argumente zusammen gestellt zu haben. Für Kommentare und weiterführende Gedanken bin ich jederzeit offen.

Abschließend möchte ich jedoch bemerken:
Meiner Meinung nach wird uns, wenn wir keine neue, innovative Methode der Energiegewinnung entdecken, der Atomstrom und diese Diskussion noch länger begleiten...
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groberunfug 10/08/2008 08:45

zusätzliche Information für den Autor: Stichpunkt Endlagerproblematik. Dort wo unser meister radioaktiver Müll liegt ist es ziemlich unsicher geworden es ist ein alter stillgelegter Salzstock: Problem er fängt an zu schmelzen.
Weis leider nicht mehr wo
grüße nach nebenan.